11.03.2026
Wo ankere ich, wenn alles unsicher wird?
Von Sabine Derron
Wo ankere ich, wenn alles unsicher wird?
Sicherheit: ein Wort, das wir so selbstverständlich benutzen. Und doch merken wir oft erst, wie kostbar es ist, wenn sie plötzlich fehlt.
Was geschieht, wenn Sicherheiten wegfallen?
Wenn der Job verloren geht, das Einkommen bricht, vielleicht sogar die Wohnung. Wenn Beziehungen zerbrechen, Versprechen nicht eingehalten werden und ein „Ja“ plötzlich kein Ja mehr ist.
Worauf kann ich mich dann noch verlassen?
Wir leben in einer Zeit, in der vieles unsicher geworden ist. Pläne tragen nicht mehr so weit wie früher. Termine werden abgesagt, Zusagen zurückgenommen. Selbst kleine Dinge zeigen es: Man bestellt einen Schreiner für morgen und es ist durchaus möglich, dass er einfach nicht kommt.
Manchmal hören wir dann den Satz: Früher war alles besser.
Aber war es wirklich so?
Oder sehnen wir uns einfach nach einem Gefühl von Verlässlichkeit, das wir verloren haben?
Wenn im Aussen alles wackelt, suchen wir instinktiv nach Halt. Viele versuchen, Sicherheit im Besitz zu finden, in Beziehungen, im Beruf, in Gesundheit oder in festen Strukturen. Doch all diese Dinge können sich verändern manchmal schneller, als wir es begreifen können.
Dann bleibt die Frage:
Gibt es eine Sicherheit, die nicht zerbricht?
Manche sagen: Die Sicherheit liegt in mir selbst. In meiner inneren Stimme, meiner Stärke, meiner Resilienz. Doch auch wir selbst sind nicht unveränderlich. Unsere Gefühle schwanken, unsere Kräfte sind begrenzt, und selbst unser Körper kann uns plötzlich Grenzen zeigen.
Was also trägt, wenn sogar die eigene Gesundheit wegbricht und es sich anfühlt, als würde einem der Boden unter den Füssen weggezogen?
In der Bibel bedeutet Sicherheit etwas anderes, als wir oft denken. Sie ist nicht die Garantie, dass nichts Schwieriges passiert. Sicherheit bedeutet dort vor allem Vertrauen. Vertrauen darauf, dass Gott da ist, dass er führt, schützt und trägt.
Nicht die Abwesenheit von Unsicherheit ist die Grundlage des Lebens, sondern die Gewissheit, gehalten zu sein, auch wenn alles andere zerfällt.
Ein Anker im Sturm funktioniert nicht, weil das Meer ruhig ist.
Er funktioniert, weil er tiefer greift als die Wellen.
Vielleicht liegt wahre Sicherheit genau dort: nicht in einer kontrollierbaren Welt, sondern in einer Beziehung zu Gott, die auch dann trägt, wenn Pläne scheitern, Menschen enttäuschen und Wege sich anders entwickeln als gedacht.
Dann bedeutet Sicherheit nicht mehr: Alles ist vorhersehbar.
Sondern: Ich bin gehalten egal, was kommt.
Und du lieber Leser, wo ankerst du, wenn die Wellen hochschlagen und dein Lebensboot ins Wanken kommt?