10.02.2026
Wenn Gott still scheint....... was dann?
Von Sabine Derron
Wenn Gott still scheint ...... was dann?
Es gibt Zeiten in meinem Leben, da bete ich und es bleibt still.
Keine klare Antwort. Kein innerer Frieden. Kein Zeichen, an dem ich mich festhalten kann.
Nur dieses leise Gefühl: Hört mich überhaupt jemand?
In solchen Momenten fühlt sich der Glaube schwer an.
Worte werden müde. Hoffnung wackelt.
Und ich merke, wie sehr ich mir wünsche, dass Gott spricht.
Wenn ich nichts höre, denke ich schnell: Er ist fern.
Ich ertappe mich dabei, Gottes Nähe an Gefühlen und Empfindungen zu messen.
Wenn ich Trost spüre, glaube ich, er ist da.
Wenn alles leer bleibt, frage ich mich, ob ich etwas falsch gemacht habe.
Doch tief in mir weiss ich:
Gott war noch nie abhängig von meinen Gefühlen.
Die Stille tut weh und trotzdem bleibt Gott.
Es gibt Tage, da halte ich nur noch an einem einfachen Gedanken fest:
Auch wenn ich dich nicht höre, lasse ich dich nicht los.
Manchmal ist mein Gebet kein schönes Gebet.
Es ist nur ein leises Seufzen.
Ein inneres „Bitte…“, ohne viele Worte.
Und vielleicht ist genau das genug.
Ich lerne, Gott nicht zu erklären, sondern ihm zu vertrauen.
Ich würde gerne verstehen, warum Gott manchmal schweigt.
Warum er nicht eingreift, obwohl er es könnte.
Warum er wartet, während ich ringe.
Aber ich merke:
In der Stille lerne ich nicht Antworten, ich lerne Vertrauen.
Ein Vertrauen, das nicht von Erklärungen lebt, sondern von Beziehung.
Ich darf müde sein und trotzdem glauben.
Gott verlangt von mir keinen perfekten Glauben.
Er erwartet keine frommen Formulierungen, wenn mir die Kraft fehlt.
Er bleibt, auch wenn ich zweifle.
Er hört, auch wenn ich nichts höre.
Er trägt, auch wenn ich nur noch mit letzter Kraft gehe.
Die Stille ist nicht das Ende.
Heute weiss ich:
Gottes Schweigen war nie seine Abwesenheit.
Oft war es der Raum, in dem mein Glaube tiefer wurde; ehrlicher, leiser, echter.
Wenn Gott still scheint, gehe ich trotzdem weiter.
Langsam. Fragend. Unvollkommen.
Aber nie allein.