02.03.2026
Wenn Angst und Vertrauen sich berühren
Zwischen Nachtgedanken und göttlichem Shalom
Von Sabine Derron
Es gibt Tage und vor allem Nächte, da wird die Angst lauter als alles andere.
Die aktuellen Erschütterungen im Nahen Osten tragen dazu bei, dass sich Angst immer weiter ausbreitet. Nachrichten, Bilder, Worte, die hängen bleiben. Angst vor einem dritten Weltkrieg.
Was wird geschehen?
Wie wird die Welt aussehen?
Wird es noch Frieden geben?
Wird alles, was vertraut ist, zerbrechen?
Die Angst vor dem Ungewissen, vor der Zukunft, nimmt überhand. Besonders nachts, wenn alles dunkel ist. Wenn die Gedanken keinen Halt finden und sich wie ein Karussell drehen.
Dann beginne ich, mir bekannte Bibelverse zu rezitieren. Leise, fast tastend. Ich versuche, meine Seele zu beruhigen. Ich rufe mir in Erinnerung, dass in der Bibel 365-mal steht: Fürchte dich nicht! Einmal für jeden Tag im Jahr.
Die Nacht scheint da nicht eingeschlossen zu sein … so fühlt es sich jedenfalls an.
Und ich frage mich:
Warum, meine Seele, glaubst du das nicht?
Warum ist es so anstrengend, gegen diese überwältigenden Gedanken anzukommen?
Ich rede mir ein, dass ich keine Angst haben muss. Ich versuche meine Seele zu beruhigen. Und scheitere kläglich. Ich höre bewusst Anbetungsmusik. Ich halte inne. Und allmählich wird meine Seele ruhiger. Nicht abrupt, eher wie ein langsames Abklingen eines Sturms.
Ein leiser Gedanke findet seinen Weg in mein Bewusstsein:
In der Welt habt ihr Angst! (Johannes 16,33)
Ich bleibe daran hängen. Wenn Jesus das so klar sagt, dann gehört Angst offenbar zu meinem Christsein dazu. Sie ist kein Zeichen von mangelndem Glauben. Sie ist kein Versagen. Sie ist Teil dieses Lebens.
Ein neuer Gedanke entsteht und ich werde ruhiger.
Ich kämpfe gedanklich nicht mehr gegen die Angst.
Sie gehört dazu.
Aber stehen Angst und Vertrauen nicht im Gegensatz? Oder könnte es sein, dass sie zusammengehören?
Psalm 23 macht es so tröstlich klar:
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal…
Das ist kein Vertrösten, kein Wegreden der Angst. Es ist eine Zusage. Gottes Beistand mitten in Angst und angesichts des Todes. Die Metapher vom Hirten, dessen Stecken und Stab Sicherheit geben, sagt mir: Gott ist auch in den dunkelsten, angstvollen Zeiten anwesend. Er schützt und bleibt.
Was für eine Zusage.
Jetzt darfst du ruhig werden, meine Seele.
Du musst nicht gegen die Angst kämpfen.
Du darfst sie wahrnehmen und dich gleichzeitig daran erinnern, dass Jesus da ist.
Dass er dich hält.
Und dass er dir sein göttliches Shalom zusagt.
Frieden, der tiefer reicht als meine Gedanken.
Frieden, der bleibt: selbst in der Nacht.
Und du?
Wie gehst du mit Angst um, besonders dann, wenn das Vertrauen müde wird und die Nacht lang ist?
Was hilft deiner Seele, ruhig zu werden?